Die Nase ist eine Eintrittspforte für die Atemluft. Würden wir eine kleine Kamera in unser rechtes Nasenloch einführen und so der durch die Nase eingeatmeten Luft folgen, würden wir zu einem großen Hohlraum, der Nasenhöhle, gelangen. In sie hinein ragen wie Flügelstutzen jeweils drei Nasenmuscheln. An ihren Unterrändern sieht man mehrere kleine Öffnungen, die Nasengänge zu den Nasennebenhöhlen. Nasenhöhle und Nasenmuscheln sind komplett mit Schleimhaut ausgekleidet, ebenso wie die Nasenscheidewand, um die herum der Weg wieder nach außen führt.
Die Nasenschleimhaut gleicht auf den ersten Blick einem großen wogenden Teppich. Was sich hier bewegt, sind viele kleine Flimmerhärchen, die sogenannten Zilien, die etwa 450- bis 900mal pro Minute schlagen. Von ihnen werden Staub, Pollen, Bakterien oder Viren, die in die Nase gelangen, „eingefangen“ und in Richtung Rachenraum transportiert. Dort können sie hinuntergeschluckt werden.

Begeben wir uns auf eine Tour in die Hohlräume des menschlichen Gesichtsknochens, genauer gesagt in die Nasennebenhöhlen. Sie sind im Verlauf der Evolution entstanden, um das Gewicht des Schädels zu verringern.
In der Mitte, direkt über der Nase und oberhalb der Augenbrauen liegt die Stirnhöhle. Gleich links und rechts neben dem Geruchsorgan erkennen wir die größte Nasennebenhöhle, die als Paar angelegte Kieferhöhle. Die kleine Ansammlung zwischen der Nase und dem inneren Augenwinkel, das sind die etwa erbsengroßen Siebbeinhöhlen, auch Siebbeinlabyrinth genannt. Nun begeben wir uns noch einen Schritt tiefer in den Gesichtsknochen, schauen gewissermaßen hinter die obere Nasenmuschel und entdecken hier die Keilbeinhöhle.
Die Nebenhöhlen sind mit Luft gefüllt. Ähnlich wie die Nase selbst haben auch sie Schleimhäute. Kleine Flimmerhärchen in den Schleimhäuten der Nebenhöhlen transportieren Fremdkörper, wie Verunreinigungen oder Krankheitserreger, ab. Dieses Zusammenspiel von Schleim und Bewegung der Zilien sorgt dafür, dass die Nebenhöhlen gesund bleiben. Dabei spielen Anzahl, Struktur sowie Aktivität der Zilien und ihre koordinierte Bewegung eine ebenso große Rolle wie die Menge und die Eigenschaften des Schleims.
Dem Rachenraum nähern wir uns auf einem zunächst vielleicht ungewöhnlichen, jedoch folgerichtigen Weg, nämlich über das Lymphsystem. Einer seiner äußersten Vorposten in der Abwehr von Krankheitserregern sind die Mandeln im Rachenraum. Wie ein Verteidigungsring sind sie rund um ihn am Beginn des Luftweges angeordnet, gefolgt von den Rachenmandeln, der Zungenmandel und schließlich den beiden Gaumenmandeln.
Unter Mandeln werden gemeinhin jene verstanden, die am meisten krankheitsanfällig sind: die Gaumenmandeln, auch Tonsillen genannt. Bei näherer Betrachtung gleicht ihre Oberfläche einer zerklüfteten Kraterlandschaft. Einsenkungen, sogenannte Krypten, reichen bis tief in das lymphatische Gewebe der Mandeln. Dies sind die Immun-Kontaktstellen zwischen Körper und Außenwelt. In den Krypten sammeln sich Speisereste, die bakteriell besiedelt sind, an. Die Körperabwehrkräfte trainieren an ihnen die Immunreaktionen auf neue körperfremde Stoffe.


Als Wegbegleiter der Atemluft verlassen wir nun die verschiedenen Hohlräume des Schädels und navigieren uns nach unten in eine Art Röhrensystem. Den Beginn macht die Luftröhre, die durch den Hals in die Brusthöhle führt. Hier verzweigt sie sich in je einen Ast, auch Bronchus genannt, für die rechte und die linke Lunge. Immer mehr verästeln sich die Bronchien, sie ähneln jetzt einem Baum, werden dünner und kleiner. Schließlich erreichen wir die Lungenbläschen, durch die die eingeatmete Luft in den Lungenflügeln verteilt wird. Die Bronchien kommen übrigens samt ihren Verzweigungen in der Lunge auf rund 700 Meter Länge.
Die menschliche Lunge nimmt den größten Teil des Brustkorbs ein, jeden Tag bewegt sie sich etwa 20.000 Mal, wenn wir ein- und ausatmen. Erwachsene atmen dabei pro Atemzug etwa einen halben Liter Luft ein und aus. Normal sind 12 bis 18 Atemzüge pro Minute. Bei Anstrengungen, wie z. B. körperlicher Arbeit oder Sport, steigen die Atemfrequenz und das Atemvolumen deutlich an.
Über Mund und Nase gelangt die Luft in den Rachen und die Luftröhre. Diese führt durch den Hals in den Brustkorb.
Im Brustkorb teilt sich die Luftröhre in einen rechten und einen linken Ast (Hauptbronchus), der in den rechten bzw. den linken kegelförmigen Lungenflügel ragt. Jeder Bronchus unterteilt sich immer weiter in unzählige kleine Äste (Bronchien und Bronchiolen). Die Bronchien dienen nicht nur als Luftverteiler, sie fangen dank einer speziellen Schleimhaut, die zähflüssigen Schleim produziert, auch Fremdkörper und Krankheitserreger ab. Eingeatmete Partikel und Staub bleiben an ihr kleben. In der Schleimhaut befinden sich Milliarden kleinster Flimmerhärchen, die ständig in Bewegung sind und so den Schleim mit den Fremdkörpern aus der Lunge heraus transportieren. Der Schleim wird dann reflexartig abgehustet und verschluckt.
Beide Lungenflügel gliedern sich in unzählige Lappen und Läppchen. Ein Lungenläppchen besteht wiederum aus vielen luftgefüllten Lungenbläschen (Alveolen). Hiervon besitzt jeder Mensch ungefähr 300 Millionen. In ihnen findet der eigentliche Gasaustausch statt: Das Blut nimmt Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft auf und gibt Kohlendioxid an die Ausatemluft ab.
Das Einatmen ist ein aktiver Vorgang, der durch Muskelbewegung ermöglicht wird. Zu den wichtigsten Atemmuskeln zählen die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell. Neben dieser "Atempumpe" gibt es eine Reihe anderer Muskeln, die ebenfalls an der Atmung beteiligt sind. Dazu gehören beispielsweise die Brust- und die Rückenmuskulatur. Sie werden auch Atemhilfsmuskeln genannt. Durch das Zusammenspiel dieser Muskeln wird der Brustkorb gedehnt. Da sich die Lunge nicht vom Brustkorb entfernen kann, wird sie ebenfalls entfaltet. In der Lunge entsteht so ein Unterdruck und die eingeatmete Luft wird angesaugt. Beim Ausatmen entspannen sich die Atemmuskeln, wodurch sich der Brustkorb wieder verengt und die Luft aus der Lunge presst.
Dringen über die Atemluft Viren in den Nasenraum ein, kann sich die Nasenschleimhaut entzünden. Abwehrkräfte des Körpers regen daraufhin die Schleimproduktion im Körper an. Die Sekretschicht verdickt sich. Die Flimmerhärchen sind in ihrer Bewegung eingeschränkt und können den Schleim nicht mehr abtransportieren. Das Ergebnis ist eine zugeschwollene, entzündete Nase, ein handfester Schnupfen.
Nasennebenhöhlenentzündungen werden meist durch einen Schnupfen ausgelöst. Durch die über die Atemluft übertragenen Viren schwellen die Schleimhäute der Nase an, das vermehrt produzierte Sekret kann nicht mehr so gut abfließen. Gelangen die Viren in die Nebenhöhlen, schwillt auch hier die Schleimhaut an und entzündet sich. Das Sekret in den Nebenhöhlen kann durch die engen Zugänge nicht mehr abfließen, verdickt sich und verstopft die Nebenhöhlen. In die Hohlräume kommt nun weniger Luft, und es entsteht ein ideales Klima für Bakterien. In dieser Umgebung können sie sich besonders gut entfalten, vermehren sich schließlich so stark, dass es zur Entzündung, einer Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), kommt.


Meist ausgelöst durch eine Erkältung, dringen Viren bis in den Rachenraum und zu den Mandeln vor. Die Mandeln schwellen an, werden größer, und der Rachen wird somit eingeengt. Der Patient klagt über Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Ist die Entzündung eitrig, kommt häufig auch Fieber hinzu.
Eine akute Bronchitis entwickelt sich meist im Verlauf einer Erkältung. Schuld sind Viren, die sich bis in die Bronchien ausgebreitet und die Entzündung ausgelöst haben. Es wird vermehrt Schleim produziert, der jedoch aufgrund der eingeschränkten Funktion der Flimmerhärchen nicht mehr abtransportiert werden kann. Das natürliche Reinigungssystem funktioniert nicht mehr. Der Schleim beginnt, sich in den Atemwegen anzustauen. Dies führt zum Hustenreiz, da der Körper sich vom Schleim befreien möchte. Eine handfeste Bronchitis liegt vor. Bleibt eine wichtige Basistherapie aus, kann sich aus dem akuten Atemwegsinfekt eine chronische Bronchitis entwickeln. Hiervon sind insbesondere Raucher betroffen, denn durch das Rauchen wird der Schlag der Flimmerhärchen, der für den Abtransport des Sekrets Richtung Rachen verantwortlich ist, gehemmt.
